Autor Thema: Überholung der Bremsen  (Gelesen 3857 mal)

Offline pascalts

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Überholung der Bremsen
« am: November 23, 2017, 13:14:24 pm »
Nächstes Jahr im Mai steht bei mir der TÜV an und bis dahin möchte ich einige Dinge hübsch machen(Motor Ölt, Auspuff tauschen, ...). Dazu gehören auch die Bremsen. Diese möchte ich überholen, da ich immer noch das Problem habe, dass das Womo gelegentlich nach links oder rechts zieht (nicht vorhersehbar). Manchmal bremst es zwar auch gerade aus... aber so geht das nicht. Außerdem ist, wenn man die Handbremse nutzt die Bremskraft hinten einseitig (aber immerhin immer auf der gleichen Seite) kaum vorhanden (mit Fußbremse aber gleich...).

Also suche ich gerade einen Unterstand, wo ich den Hymer mal ein paar Wochen aufbocken kann. Ich möchte hier nun Fragen, wie ich beurteilen kann, was an Material getauscht werden muss. Ich habe schon gelesen, dass die Bremsbeläge in den Trommelbremsen gern rissig werden, wenn sie alt sind, und dann getauscht werden müssen. Außerdem lösen die sich gern. Auch vermute ich, dass die Radbremszylinder immer mal klemmen...

Deshalb meine Frage: Wie soll ich am besten vorgehen? Klar: Aufbocken, Räder ab, Bremsen auf. Und dann? Am liebsten würde ich Fotos machen und euch beurteilen lassen, aber Ferndiagnosen sind immer problematisch...
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Offline halber

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Antw:Überholung der Bremsen
« Antwort #1 am: November 23, 2017, 13:38:57 pm »
ich glaub, dass ist die richtige reihenfolge!

also:

unterstand suchen, den du auch nutzen kannst, wenn es zeitlich aus dem ruder läuft

eventuell schonmal rumfragen, ob es in deiner nähe eine dreherei gibt, die das thema "bremsen ausdrehen" kennen

neu bremsschläuche besorgen

fitt machen zum thema: bremsen entlüften und/oder vollaustausch der bremsflüssigkeit (NICHT  PER  PUMPEN  MIT  DEM  BREMSPEDAL)

und dann kann´s losgehen:

aufmachen, fotos machen, fragen ...
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Offline pascalts

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Antw:Überholung der Bremsen
« Antwort #2 am: November 23, 2017, 13:49:15 pm »
Ok danke. Die Bremsschläuche hatte ich schon getauscht, die waren nicht rissig, die hatten Krater... Bremsflüssigkeit ist auch schon neu, aber das hat ja leider nix gebracht...

Ich hab gerade gesehen, die Radbremszylinder sind finanziell absolut kein Problem. Die werden also pauschal getauscht. ( http://www.daparto.de/Radbremszylinder/Bedford-Blitz-CF97/2-155-1592?kbaTypeId=22558 )

Bei den Belägen muss ich schauen. Ich würd die gern bei Schüttemeyer kaufen, da weiß ich was ich bekomme... Aber sind halt schon happig für nen Studenten (90€ vorn + 95 hinten, wenn ich das richtig im Kopf habe). Aber da ich im Sommer über die Alpen will, müssen die Bremsen top sein. Sonst ist das lebensgefährlich.

Bremsen ausdrehen - puh... Ich bin in Hannover, da sollte man jemand finden. Muss ich aber auch erst suchen, vielleicht kann mir auch mein lokaler Schrauber helfen.

Nach eingehender Lektüre diverser Foren denke ich ja, dass meine Bremszylinder aufgrund von Wasser im System gerostet haben und somit undicht wurden und daher Flüssigkeit lassen - was auch das gelegentliche einseitige Bremsverhalten erklärt. Bremsflüssigkeit ist schließlich Öl...
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Offline halber

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Antw:Überholung der Bremsen
« Antwort #3 am: November 23, 2017, 15:26:39 pm »
das ausdrehen ist nicht ganz so wichtig. nur wenn die flächen halt dolle hinüber sind. es sollte eigentlich auch feines sandpapier reichen.

die gängigkeit der bremszylinder kannst du am bremszylinder testen. mit einer wasserrohrzange muss sich der zylinder bewegen lassen (reindrücken).

ob du wirklich neue bremszylinder brauchst? wenn die gummimanschetten noch gut in ordnung sind, kannst du die bremszylinder auch demontieren und auseinander nehmen. die innenseiten dann mit feinstem nassschleifpapier bearbeiten bis alles wieder glänzt

wenn innerhalb der bremse bremsflüssigkeit austritt (du schreibst davon), dann müsstest du das spätestens beim öffnen der bremse sehen. größere mengen würden auch außen sichtbar sein.
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Offline pascalts

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Antw:Überholung der Bremsen
« Antwort #4 am: November 23, 2017, 15:33:02 pm »
Okay danke. Damit wäre meine theoretische Vorbereitung ja schon ein Stück weiter. Mal sehen, wann ich endlich ne Halle finde. Im Raum Hannover ist das echt nicht so einfach... :b008:
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Offline Radnor

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Antw:Überholung der Bremsen
« Antwort #5 am: November 23, 2017, 22:08:15 pm »
Aber da ich im Sommer über die Alpen will, müssen die Bremsen top sein. Sonst ist das lebensgefährlich.

egal was Du machst, die Bremsen sind immer über der Belastungsgrenze, "top" werden die nie. Eine Alpenfahrt würde ich mir ersparen oder mein Erspartes in eine Scheibenbremse investieren
:hut:                                                                                                                                                                                                        :flitz:

Offline OpelBettyfan

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Antw:Überholung der Bremsen
« Antwort #6 am: November 23, 2017, 23:07:36 pm »
Ich würde an der bremse nicht sparen und einfach bremszylinder definitiv mit neu machen denn wenn du neue beläge kaufst und Zylinder dann undicht werden sind die belüge wieder hin und zahlst doppelt vorallem hast dann die nächsten jahre ruhe mit der bremse

Offline Radnor

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Antw:Überholung der Bremsen
« Antwort #7 am: November 24, 2017, 06:47:32 am »
Ich würde an der bremse nicht sparen und einfach bremszylinder definitiv mit neu machen ...

hat er ja geschrieben, dass er das auf jeden Fall machen möchte.

Trotzdem halte ich die Bremse generell für "gefährlich" und unterdimensioniert. Bei einem relativ kleinen und leichten Van mag sie ja gerade noch vertretbar sein aber in einem schweren Hymer sind sie ganz schnell am Ende. Wenn man dann noch eine Alpenfahrt in der Planung hat, dann wird mir schon bei dem Gedanken übel ...investiere in eine Scheibenbremse, mehr kann ich nicht sagen
:hut:                                                                                                                                                                                                        :flitz:

Offline pascalts

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Antw:Überholung der Bremsen
« Antwort #8 am: November 24, 2017, 08:47:54 am »
Ich bin mir durchaus bewusst, das die Bremse keine moderne Scheibenbremse ist. Und ich bin mir auch bewusst, dass eine Überquerung der Alpen ein Risiko ist. Aber mit einem Fahrzeug, dessen Bremsen in Stand sind und vor allem mit dem Wissen, wie man ein solches Fahrzeug fährt (Vorausschauend! Langsam! Motorbremse! Passiv!), ist sie möglich. Ihr könnt mir nicht erzählen, dass kein Hymer 521 bisher die Alpen überquert hat...

Ich weiß ja nicht, was so ein VAN wiegt, wenn er beladen ist, aber unser Reisegewicht liegt bei 2,3 Tonnen (auf einer öffentlichen Waage gemessen). Das ist immerhin noch 240 kg vom Maximum vor der Auflastung entfernt  :grins:

Versteht mich nicht falsch! Ich verstehe und respektiere deine Einsprüche, Radnor. Aber im jetzigen Zustand der Bremsen hat das Womo die HU bestanden - ohne Beanstandung. Das reicht mir aber nicht, ich will das Optimum. Mir ist auch klar, dass ich hier als Neuling noch viel lernen muss. Aber immerhin bin ich mit dem Hymer schon durch den Harz gefahren. Und da musste ich die Bremse kaum bemühen, dank meiner passiven Fahrweise.
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« Antwort #9 am: November 24, 2017, 11:28:44 am »
Aber im jetzigen Zustand der Bremsen hat das Womo die HU bestanden - ohne Beanstandung. Das reicht mir aber nicht, ich will das Optimum.

sorry aber "das Optimum" bei der Trommelbremse im Hymer? Das ist ein Widerspruch insich. Die TÜV Abnahme sagt so gut wie nichts, weil da keine Belastung und keine Hitze im Spiel ist.

Passive und Vorausschauende Fahrweise ist schön und gut, es gibt aber Situationen in denen man es einfach nicht mehr in der Hand hat ...spätestens dann würdest Du Dir wünschen in die Scheibenbremse investiert zu haben.

Du redest wie gesagt vom Optimum was Du haben willst, bist aber nicht bereit dafür Geld in die Hand zu nehmen, weil andere ja auch schon durch die Alpen gefahren sind und Du vorausschauend fährst, weil Dein Auto nur sounsoviel KG Gewicht hat, die TÜV Prüfung ja auch geschafft wurde und Du überhaupt passiv unterwegs bist ...usw...

Rede es Dir schön wie Du möchtest, die Bremse taugt in der Kombination Hymer und Alpen nicht wirklich und ist vom "Optimum" soweit entfernt wie ein Nilpferd vom Laufsteg
:hut:                                                                                                                                                                                                        :flitz:

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« Antwort #10 am: November 24, 2017, 11:43:52 am »
Ich respektiere deine Meinung, dennoch sind 1000€ für Material einfach nicht drin. Trotzdem werde ich die Sicherheit so gut wie möglich verbessern und habe damit bessere Chancen zum stehen zu kommen, als ohne meine Optimierung. So sehe ich das.

PS: zu meiner Fahrweise gehört auch die Auswahl der Strecke. Ich vermeide so gut es geht starke Steigungen und Gefälle.

Aber all das steht hier gar nicht zur Diskussion, ich wollte eigentlich nur wissen, sie ich vorgehe und das habe ich erreicht. Danke euch!
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« Antwort #11 am: November 24, 2017, 11:50:20 am »
Ich vermeide so gut es geht starke Steigungen und Gefälle.

achso, stimmt das geht in den Alpen natürlich besonders gut  :bier2:

Trotzdem werde ich die Sicherheit so gut wie möglich verbessern und habe damit bessere Chancen zum stehen zu kommen, als ohne meine Optimierung. So sehe ich das.

wo verbesserst Du denn etwas? was sind denn Deine Optimierungen? sorry aber da habe ich scheinbar irgendwas überlesen  :zuck:

Bislang lese ich nur, dass Du die ganz normale Serienbremse instand setzen willst aber das ist ja keine Optimierung oder Verbesserung?
:hut:                                                                                                                                                                                                        :flitz:

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« Antwort #12 am: November 24, 2017, 12:02:10 pm »
Ich vermeide so gut es geht starke Steigungen und Gefälle.

achso, stimmt das geht in den Alpen natürlich besonders gut  :bier2:

Also man(n) kann da schon gut entscheiden. Nimmt man einen Pass mit 18% Steigung / Gefälle (was ich niemals mit dem Hymer machen würde) oder lieber einen Tunnel? Selbst meine Großeltern sind damals mit Trabbi, Anhänger 4 Mann, Dachbeladung und und und und in Slowenien angekommen, da schaffen wir das auch  :bier:

Höhenprofile der Route lassen sich übrigens hier anzeigen: http://geo.ebp.ch/gelaendeprofil/

Nichts für ungut, ich will hier sicher keinen Stunk machen. Nur meinen Bedford im Rahmen meiner Möglichkeiten (insbesondere finanziell) so Sicher wie möglich. Und da sind doch "neue" Trommelbremsen besser als "alte" Trommelbremsen, oder?

Optimierung: Bremse zieht nicht mehr zur Seite und ist nicht mehr in einem mehr oder minder unbekannten Zustand. Bremswerte waren auch nur "in Ordnung" und nicht "wie neu" beim TÜV. Da sehe ich schon ne Verbesserung.
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« Antwort #13 am: November 24, 2017, 12:09:00 pm »
Und da sind doch "neue" Trommelbremsen besser als "alte" Trommelbremsen, oder?

eigentlich nicht ...eine Bremse funktioniert oder sie funktioniert nicht aber wenn sie funktioniert, dann bremst eine "Neue" nicht besser als eine "Alte"

Du schreibst ja, dass Deine Bremse anstandslos TÜV bekommen hat, dann können die Bremswerte weder besonders schlecht noch unterschiedlich sein. Anderseits schreibst Du, dass Dein Wagen unverhersehbar einmal nach links und einmal nach rechts zieht ...ich vermute schon ein weitergehendes Problem wie z.b. Probleme mit den Trage- oder Führungsgelenken oder ähnliches. Auch der TÜV kann hier mal etwas übersehen. Denke es wäre nicht schlecht das genau zu prüfen, denn irgendwo muss das Problem ja herkommen. Die Bremse zieht nämlich nicht heute nach links und morgen nach rechts...
:hut:                                                                                                                                                                                                        :flitz:

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Antw:Überholung der Bremsen
« Antwort #14 am: November 24, 2017, 12:17:59 pm »
Also um das Problem noch mal genau zu beschreiben:

a) gelegentlich Zieht das Mobil beim Bremsen nach Links oder Rechts, insbesondere bei sanften Bremsen. Bei 95% der Bremsungen geht es aber gerade aus
b) Bremswerte waren aber bei der Messung vor einigen Wochen symmetrisch (wohl gerade nen guten Tag erwischt)
c) die Werte sind für die Bremse noch akzeptabel und man würde durch die HU kommen (Aussage Werkstatt, konkrete Werte habe ich leider gerade nicht vorliegen)
d) Handbremswirkung stark einseitig

--> nicht optimal

Deswegen: Bremse wird überholt / es aufgemacht und dann weiter gesehen. Fahrwerk werde ich natürlich auch prüfen und ggf. Überholen, danke für den Tipp. Mehr kann ich eh im Moment nicht sagen, ich muss noch eine Halle finden. Ziel dann: Bremswirkung verbessern, dauerhafte Symmetrie herstellen, Handbremse in Stand setzen. Ich werde aber keine Scheibenbremse installieren.

Der TÜV ist nun auch 1,5 Jahre und einen Besitzer her, da kann so einiges kaputt gehen, gerade was die Dichtigkeit der Bremszylinder angeht.
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